Tagesablauf

Mama und ich sind gerade im Kindergarten angekommen. Wir mussten uns mal wieder so hetzen, weil Mama so einen doofen Termin hat und Papa beim Arbeiten ist.

Mama ist schon weg. Endlich ist die neue doofe Jacke auf und ich hänge sie an meinen Haken und ziehe meine Hausschuhe an. Meine Kindergartentasche hänge ich an den Taschenwagen und gebe dann meiner Erzieherin die Hand und sage „ Guten Morgen“.

Hoffentlich ist mein Freund schon da, ich schaue mal in der Bauecke nach. Schade, er ist noch nicht da.

Dann spiele ich heute eben mit einem anderen Jungen.

Der will mich aber nicht mitspielen lassen. Ich rede mit ihm und erzähle ihm: „ Ich kann die höchsten Türme bauen und nichts fällt um!“ Zusammen bauen wir den tollsten Turm den die Erzieherin je gesehen hat.

Ich höre die Morgenkreismelodie „unsere Zaubermusik“ und gehe schnell zu den anderen in den Kreis.

Der Morgenkreis gefällt mir sehr gut, weil wir immer singen, beten, miteinander reden und manchmal auch englisch singen und sprechen.

Dann gehe ich vespern. Ich habe einen leckeren Apfel dabei, aus dem mir meine Erzieherin z.B. ein Hexenhaus macht. Endlich kommt mein Freund zur Türe rein, er war noch beim Doktor.

Wir vespern nun gemeinsam und ich erzähle ihm von meinem Turm in der Bauecke. Vor lauter Aufregung vergesse ich ganz meinen Teller und meine Tasse aufzuräumen und werde von meiner Erzieherin zurückgerufen.

Als wir nun in die Bauecke kommen, ist diese schon ganz voll und der Turm eingestürzt. Wir fragen die Erzieherin, ob wir im Flur Fahrzeuge fahren dürfen oder in die Werkstatt gehen können.

Aber nach einer Weile werden wir dann zum Aufräumen gerufen.

Julia ist heute das „Klingelkind“ und sie spielt schon auf der Triangel das Aufräumlied. Danach stellen wir einen Stuhlkreis.

Ich freue mich schon auf das tolle Gespensterbilderbuch.

Ich kann gar nicht gut zuhören, weil das Mädchen neben mir dauernd an meinem Pullover zerrt und das andere Mädchen ständig gegen mein Schienbein tritt.

Ich kriege nichts mehr von dem Gespensterbilderbuch mit und trete mit voller Wucht zurück. Natürlich werde ich geschimpft, aber ich nehme allen Mut zusammen und erkläre der Erzieherin, dass ich nicht angefangen habe.

Nach dem Stuhlkreis können wir dann endlich raus in den Garten.

Weil ich selbst ganz schnell fertig bin mit dem Anziehen, helfe ich noch den Kleinen. Jetzt muss ich mich aber beeilen, sonst ist mein Lieblingsroller weg. Ich renne nach draußen in den Garten und sehe, dass auf meinem Roller ein ganz Kleiner fährt. Das ist mein Roller! Ich will ihn jetzt haben! Ich schubse den Kleinen runter und düse wie der Blitz davon.

Leider nur bis zur nächsten Erzieherin. Dort muss ich ihr erklären, warum denn der Junge im Dreck liegt und weint. Jetzt muss ich auch weinen und gebe zu, ihn geschubst zu haben. Ich stampfe mit dem Fuß und will nach Hause.

Glücklicherweise kommt in diesem Moment die Mama um die Ecke und holt mich ab.

Ich laufe ihr in die Arme und weine. Heute will ich nicht zu den Erzieherinnen „Auf Wiedersehen“ sagen, mache es dann aber trotzdem.

Bis wir zu Hause sind habe ich den Streit vergessen und freue mich auf morgen, auf einen neuen Tag im Kindergarten.

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